Die Krise einfach weggeklickt?

Autor: Andreas Tenhafen

Felix Magath, Spitzname „Quälix“,  ist bekannt als Fußballtrainer, der seine Mannschaften mit harter Hand führt. Medizinbälle sind sein Lieblingstrainingsgerät. Mit ihnen lässt er aktuell die Spieler von Schalke 04 Krafttraining, Sprints und Slalomläufe absolvieren. Dagegen haben die Fans des Revierklubs auch nichts einzuwenden. Vielmehr wagten sie zuletzt den Aufstand gegen den „Alleinherrscher auf Schalke“ wegen dessen verfehlter Transferpolitik. Sie warfen ihm vor, die Entfremdung zwischen Verein und Fans zu betreiben. Das Verhältnis war angespannt, die Stimmung eisig. Magath, offensichtlich auch abseits des Platzes ein Fuchs, erkannte, dass man auf Schalke die Fans mitnehmen muss, wie es der Aufsichtsratschef des Vereins formulierte. Also meldete sich der Trainer bei Facebook an. Die Vermutung liegt nahe, ihm sei dazu geraten worden, denn beim Blick in sein Profil wird deutlich: Facebook ist nicht gerade sein Lieblings-Spielfeld. In seinen Videobotschaften wirkt Magath unbeholfen und hölzern. Den Anhängern ist‘s egal. Viele finden den tapsig wirkenden „Quälix“ im Rollkragenpulli an der Tastatur gar charmant. Rund 130.000 klickten binnen weniger Tage auf den Gefällt-mir-Button. In ihren Kommentaren loben die Fans des Trainers Schritt ins Web als positives Signal. Ein „Der-Trainer-redet-mit-uns-Gefühl“ macht sich breit. Magath nimmt’s wohlwollend zur Kenntnis und postet weiter – oder lässt posten. Seine Charme-Offensive via Web scheint Wirkung zu zeigen. Magath punktet, zumindest via Facebook, bei den Fans.