Pauschalisieren oder pauschalieren?
Autorin: Nanett Dietz
Pauschalisieren oder pauschalieren?
Es gibt Wörter, die man gern benutzt, bei deren Gebrauch sich jedoch jedes Mal leise Zweifel melden: Gibt es dieses Wort überhaupt genau so mit dieser Bedeutung?
Für Öffentlichkeitsarbeiter sind Wörter Dreh- und Angelpunkt der Berufswelt. Schwächen und Lücken in meinem Element zu entdecken, ist absolut schockierend. Vor allem, wenn es sich nicht um neudeutsche Zeitgeistwörter handelt.
Also, wie heißt es nun? Pauschalieren oder pauschalisieren?
Ich greife hinter mich zu meinem persönlichen Exemplar des Dudens – die deutsche Rechtschreibung. Ein Griff und wie es sich gehört bin ich bei P.
Erleichtert stelle ich fest, dass es beide Wörter gibt. Das ist schon mal ein guter Anfang. So ist das Wort nie in einer Form über meine Lippen oder Tastatur gekommen, in der es gar nicht existiert.
Die beiden haben allerdings völlig unterschiedliche Bedeutungen:
Pauschalieren steht für „abrunden“.
Wer „pauschalisieren“ sagt, meint „stark vereinfachen“.
Um das nun ein für alle Male in meinem PR-Hirn zuspeichern, brauche ich eine Eselsbrücke. Meine dürfen wirklich schlicht sein.
Pauschalieren ist das kürzere Wort, deshalb steht es für weniger, also „abrunden“.
Pauschalisieren ist das komplizierte, längere Wort und damit inhaltlich das genaue Gegenteil von „stark vereinfachen“.
Hm. Schlichte Eselsbrücke?
Wem eine einprägsamere Eselsbrücke einfällt, kann sich sehr gern bei mir melden (nanett.dietz/at/pronomen.de)!




