Sehenswerte Zahlen
Autorin: Andrea Hillebrand
Die Themenvielfalt des neuen Magazins in graphics ist abwechslungsreich und liegt irgendwo zwischen WiWo, Focus und Neon: Ein Beitrag betrachtet beispielsweise die Finanzierung gesellschaftlicher Großbauprojekte im Vergleich mit dem Aufreger Stuttgart 21. Vielfach liegen Welten zwischen Planungsbudget und Realisierungskosten, aber nicht immer. Weniger groß ist die Spanne zwischen den Einkünften von Geringverdienern und Hartz-4-Empfängern.
Zugegeben, das sind Themen, über die liest man auch an anderer Stelle. in graphics erfindet das Rad nicht neu. Und doch ist dieses Magazin anders als alle anderen. in grahpics kommt nahezu ohne Texte aus. Mit Ausnahme kleiner Bildunterschriften werden alle Themen als sauber recherchierte und dabei keinesfalls spießige Grafiken aufbereitet. Spektakulär sind vor allem Beiträge, die nur dank dieser Art der Darstellung und Arbeitsweise funktionieren: So hat die in graphics-Redaktion eine Grafik mit einer Durchschnittshymne erstellt. Ermittelt auf der Basis von 32 Nationalhymnen. Aber das ist nur eins von vielen Beispielen, die zeigen wie „sehenswert“ dieses Magazin ist.
Erstaunlicherweise muss sich der geübte Magazinleser nicht umgewöhnen. Genau wie klassische Texttitel lässt sich in graphics einfach nur durchstöbern oder von vorne bis hinten durcharbeiten. Schön wäre es, wenn die Redaktion die erfolgreich lifestylige Gestaltung noch etwas aufräumt, damit sich der Leser noch besser zurechtfinden kann.



