Weihnachtsfeiertraining
Autor: Christiane Stoltenhoff
Schon einmal darüber nachgedacht, die Mittagspause auf der Kartbahn zu verbringen? Nicht? Sollten Sie aber! Ist prima fürs Betriebsklima, hilft, am Vormittag aufgebaute Aggressionen abzubauen und macht einfach nur einen höllischen Spaß. Wir haben es getestet.
Und das kam so: Wie jedes Jahr geisterten etwa seit Mitte Oktober die Rundmails mit der Frage durchs Agenturhaus, wie denn wohl das Programm der diesjährigen Weihnachtsfeier aussehen könnte. Ebenfalls wie jedes Jahr blieb die Anzahl der brauchbaren Vorschläge auch nach wiederholtem Nachfragen sehr überschaubar. So wurde es Dezember, ohne dass Termin und Thema festgestanden hätten. Schließlich machte der Besuch auf der Kartbahn das Rennen.
So weit, so gut. Alle waren einverstanden. Doch dann wagte sich die erste Kollegin mit dem Eingeständnis an die Öffentlichkeit, dass sie noch nie Kart gefahren sei und deshalb ernsthaft in Erwägung ziehe, vorab einmal ein paar Proberunden in einem solchen Gefährt zu drehen. Man wolle sich ja schließlich nicht blamieren. Dieser ersten Stimme folgten weitere und schnell wurde klar: Der weibliche Teil der Agenturhausbesatzung verfügte über keinerlei Rennerfahrung. Damit war das Training für die Weihnachtsfeier beschlossene Sache, und in einer der nächsten Mittagspausen machten sich sieben Frauen im agentureigenen SUV auf den Weg zur Rennstrecke.
Bis dahin war uns nicht klar gewesen, dass es ein Standortvorteil ist, nur 15 Autobahnminuten vom Michael-Schumacher-Kartcenter in Kerpen entfernt zu arbeiten. Dort angekommen taten wir alles dafür, die amüsierten Blicke der Kartbahncrew zu rechtfertigen: Wir kicherten kollektiv, machten abfällige Bemerkungen über die wenig kleidsamen aber obligatorischen Sturmhauben und ihre Auswirkungen auf die Frisur und waren technisch schon von der automatischen Verriegelung der Spinde überfordert.
Es folgten ein paar Instruktionen dazu, wo sich Gas und Bremse befinden und wie der Rennmodus aussieht, und schon ging es auf die Piste. Nach achtminütigem Qualifying und 20 Minuten Rennen stiegen sieben Agenturfrauen aus ihren Karts: zerzaust, erschöpft, aber breit grinsend. Alle sind wir angefixt vom Rundendrehen mit den kleinen, lauten Flitzern und uns einig: Bei der Weihnachtsfeier sollten sich die Herren Kollegen warm anziehen. Immerhin wissen wir jetzt auch, was die blaue Flagge bedeutet.
Wie das Rennen wohl ausgehen wird? Wir werden es berichten.





